Bildbearbeitung

oder

Der steinige Weg zum Bild


Wir alle sehen sie aber die wenigesten konsumieren sie bewusst.
Doch meist nur kurz oder oberflächig ohne grosse Wertschätzung.
Bilder. Wir leben in einer Zeit der Überflutung.
Jeder hat eine Kamera dabei. Jeder macht mal ein Foto.
Der eine mehr, der andere weniger gut.


Es gibt aber Bilder, (ich sage bewusst nicht Foto) da steckt eine Menge Arbeit drin.
Fotos werden retuschiert, ausgerichtet, farbkorrigiert, geschärft ect.
Derjenige der sich da voll reinhängt, hat am Ende gut und gerne
mehrer Stunden Arbeit investiert.



Ich will Euch was zeigen.

Nehmen wir zum Beispiel diese Fotos von einem Oldtimertreffen.
Das war 2019 in Biel in der Tissot-Arena und das Event hiess "Old-Wheels".

Mega sag ich Euch. So viele tolle Oldtimer. Wahnsinn.

Jedenfalls bin ich so durch die Reihen geschlendert und habe
sämtliche Fahrzeuge begutachtet und bestaunt.
Und ab und an hatte ich das ein oder andere Fahrzeug fotografiert.


So wie diese beiden Schmuckstücken hier:

orig_plymouth_webjpg


_DSC0470jpg


Beim durchblättern der Fotos bin ich immer wieder bei diesen
hängen geblieben.
Also habe ich reflexartig mein Photoshop geöffnet
und mich an die Arbeit gemacht.



Was ist falsch an diesem Foto?

Ganz klar der Hintergrund. Er ist viel zu unruhig.

Im Bild 1 ist dieses Absperrband zum Beispiel. Das wäre aber weniger mein Problem.
Das kann ich recht einfach entfernen. Aber die Gebäude und die Bäume,
der Kran und die schräge Linie vom Jura im Hintergrund
stellten mich dann doch auf die Probe.


Im Bild 2 haben wir die gesamte Ausstellungsfläche mit drauf.
Besucher, Werbung, die Nachbarfahrzeuge... usw...



ps: wäre es ein geplantes Shooting gewesen, hätte ich im Vorfeld
natürlich auf den Hintergrund geachtet und entsprechend eine Location
gewählt die besser passt.



Es geht NUR ums Auto.

Also entschloss ich mich für ein radikales Aufräumen des Bildinhaltes.
Es fliegt alles raus was nicht nach Auto aussieht.
Der ganze Hintergrund wurde entfernt.

Ok, bis auf die Strasse im Vordergrund. Sie bietet natürlich den perfekten Boden
für dieses Fahrzeug.


Was bleibt ist ein Fahrzeug auf einer schwarzen Arbeitsfläche.


Jetzt geht die Arbeit richtig los.

Als erstes suche ich nach "Fehlern" am Fahrzeug. Sind irgendwo Kratzer
oder Flecken zu sehen die weg müssen? Ist ein Kennzeichen dran das weg muss?
Hier lege ich immer gerne eine rechteckige Fläche drüber die farblich ans Bild
angepasst wird, so dass sie nicht störend wirkt.


Reflektionen im Lack sind schwierig. Wenn man diese retuschieren will
fällt das meist auf.
Also mache ich nur das Nötigste.
Gut zu sehen an der Windschutzscheibe. Diese habe ich abgedunkelt
damit sie nicht den Blick des Betrachters zieht.


Dann hebe ich die Strucktur des Fahrzeuges herrvor. Indem ich dunkle
Bereiche/Schatten verstärke kann ich Konturen besser zur Geltung bringen.
Das gleiche gilt für helle Bereiche.

In der Beauty-Retusche spricht man von Dodge`n Burn.

Ist das Ganze Fahrzeug soweit bearbeitet schärfe ich es nach.
Man kann noch so viel Details rausholen. Das ist wahnsinn.


Jetzt geht es an die Atmosphäre.

Wer seine Jugend in einer Disco verbracht hat, kennt sie. Die Nebelmaschiene.
Sie haucht der Umgebung in mystisches dassein ein. Dinge verschwinden,
treten beim näherkommen zum Vorschein und der Rauch bewegt sich in beruhigend
fliessender Form.


Mit Hilfe von Pinselwerkzeugen zeichne ich auf mehreren Ebenen,
verschiedene Rauchbereiche ein. Diese kann ich jetzt so anpassen
dass es für mich passt. Helligkeit, Deckkraft, Farbe ect.


ps: Ihr werdet es mir nicht glauben aber ich habe mir extra für den Rauch
einen eigenen "Pinsel" im Photoshop gemacht. Ja, man könnte sich bestimmt
auch schon fertige Pinsel im Internet runterladen.
Aber ich bin Handwerker und liebe es Dinge selber zu machen.


Also mache ich auch meine eigenen Pinsel.

Eigentlich sind wir hier auch schon fertig. Für meine SocialMedia Beiträge
passe ich die Bilder am, Ende noch an. Also Auflösung, Logo, Rahmen und so.


Was sich jetzt so schnell hat lesen lassen, dauert in der Regel mehrere Stunden.

Man kann so dem Foto eine gänzlich andere und intensivere Wirkung schenken.
Der Fokus sitzt auf einmal genau da wo er hin soll. Auf dem Fahrzeug.

ps: jetzt nur noch ausdrucken und ab an die Wand damit ;-)

Wenn du diese letzten Zeilen am lesen bist, sage ich Dir recht vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit.



Ach ja... ich schulde Dir ja noch die Ergebnisse :-)


bitteschön...

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